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    ROI-Leitfaden für Immobilienverwaltungssoftware

    ROI-Leitfaden für Immobilienverwaltungssoftware

    Der Investitionsausschuss hat den Antrag zurückgeschickt. Nicht abgelehnt, zurückgeschickt. Die Begründung stand in einer Zeile: „Zeitersparnis ist kein Cashflow." Wer schon einmal ein Budget für Immobilienverwaltungssoftware verteidigen musste, kennt diesen Satz. Der CFO hat recht. Ein Team, das 30 Prozent weniger Zeit mit Excel verbringt, wird nicht 30 Prozent kleiner, und die Miete steigt dadurch keinen Cent. Der ROI dieser Systeme entsteht an anderen Stellen, und genau diese Stellen muss der Business Case benennen: mit Vertragsnummern, mit Flächen, mit Euro.

    Wo der Ertrag tatsächlich liegt

    Wir haben in den letzten Jahren viele Bestandsportfolios vor einer Systemeinführung durchgesehen. Das Muster ist fast immer gleich. Der Ertrag einer Software für gewerbliche Immobilienverwaltung kommt aus vier Quellen, und keine davon heißt Effizienz:

    • Nicht ausgelöste Indexierungen. Wertsicherungsklauseln, deren Schwellenwert erreicht wurde, aber niemand hat die Anpassung geltend gemacht. In Portfolios mit mehr als 100 Gewerbeverträgen finden wir das praktisch immer.
    • Verpasste Optionsfristen. Eine Verlängerungsoption des Mieters, die stillschweigend greift, obwohl der Eigentümer die Fläche zu Marktkonditionen neu vermieten wollte. Oder eine eigene Kündigungsoption, die ungenutzt verstreicht.
    • Leerstandstage zwischen zwei Verträgen. Jede Woche, die eine Fläche nach Auszug ohne unterschriebenen Nachfolgevertrag steht, ist verlorener Umsatz, der nie zurückkommt.
    • Unterbelegte Umsatzmiete. Mieter melden Umsätze verspätet, unvollständig oder gar nicht, und die Abrechnung basiert auf der Mindestmiete, obwohl der Schwellenwert überschritten wurde.

    Wer den Business Case auf diesen vier Punkten aufbaut, spricht die Sprache des Ausschusses. Alles andere ist Beiwerk.

    Ein Rechenbeispiel, das hält

    Nehmen wir ein fiktives Fachmarktzentrum mit 18.000 m² und 42 Mietverträgen, Jahresnettomiete rund 3,2 Millionen Euro. Bei einer Vertragsprüfung stellt sich heraus: Drei Verträge hätten im Vorjahr indexiert werden müssen, zusammen 2.400 Euro Monatsmiete. Das sind 28.800 Euro pro Jahr, die nicht rückwirkend eingefordert werden können, wenn der Vertrag das ausschließt. Ein weiterer Mieter hat eine Verlängerungsoption zu Altkonditionen gezogen, weil die Frist nicht im Kalender stand. Marktmiete lag 15 Prozent höher; auf 600 m² sind das gut 20.000 Euro jährlich über fünf Jahre.

    Allein diese beiden Positionen ergeben knapp 50.000 Euro pro Jahr. Eine Mietvertragsverwaltung Software, die Indexierungstermine und Optionsfristen automatisch überwacht, kostet für ein Objekt dieser Größe einen Bruchteil davon. Und das Beispiel enthält noch keinen einzigen Leerstandstag und keinen Euro Umsatzmiete. Wichtig für die Präsentation: Rechnen Sie nicht mit Branchendurchschnitten, sondern mit den Zahlen aus Ihrem eigenen Portfolio. Eine Stichprobe von 20 Verträgen reicht, um die Größenordnung glaubhaft zu machen.

    Umsatzmiete braucht zwei Datenquellen, nicht eine

    Bei Einzelhandelsimmobilien ist die Umsatzmiete der Hebel mit dem größten Potenzial und gleichzeitig der am schlechtesten kontrollierte. Der Grund ist strukturell: Der Eigentümer kennt nur die Zahl, die der Mieter meldet. Ohne Vergleichswert lässt sich weder Plausibilität prüfen noch verhandeln.

    Hier zahlt sich die Kombination aus Mieterumsatzreporting und Besucherfrequenz aus. VemTenant erfasst die Umsatzmeldungen der Mieter strukturiert und stellt sie mit Benchmarks innerhalb des Objekts und über Objekte hinweg gegenüber. VemCount liefert die gezählte Frequenz vor dem Laden und am Eingang des Centers. Meldet ein Mieter drei Quartale in Folge sinkende Umsätze, während die Frequenz vor seiner Tür stabil bleibt, ist das ein Gesprächsanlass, den man mit Zahlen unterlegen kann. Zur Genauigkeit der Zählung gehört Ehrlichkeit: Vertraglich zugesichert sind mindestens 96 Prozent, in der Praxis liegen die Werte meist bei 98 bis 99 Prozent, sofern Beleuchtung, Ladenlayout und Besucherverhalten das zulassen. Für die Umsatzmietkontrolle reicht das vollkommen aus, weil es um Trends und Abweichungen geht, nicht um die einzelne Person.

    In VemLease laufen diese Daten mit den Vertragskonditionen zusammen: Schwellenwert, Prozentsatz, Meldefrist, Mindestmiete. Die Software für gewerbliches Mietvertragsmanagement wird damit vom Archiv zum Kontrollinstrument, das im Business Case eine eigene Zeile verdient.

    Was Wohnungsbestandshalter anders rechnen müssen

    Bei Mehrfamilienportfolios funktionieren die Hebel anders. Indexierungen und Optionen spielen eine kleinere Rolle, dafür sind Leerstandsdauer, Fluktuation und Nebenkostenabrechnung entscheidend. Wer hier eine Immobilienverwaltungssoftware bewertet, sollte konkrete Anforderungen stellen, statt Funktionslisten abzuhaken:

    • Wie viele Tage liegen im Durchschnitt zwischen Kündigungseingang und Neuvermietung, und kann das System diesen Wert je Objekt und Wohnungstyp ausweisen?
    • Lassen sich Vertragslaufzeiten, Staffelmieten und Kündigungsfristen so auswerten, dass die Fluktuation der nächsten zwölf Monate prognostizierbar wird?
    • Wo im Portfolio liegen die Gewerbeflächen im Erdgeschoss, und werden sie mit denselben Werkzeugen verwaltet wie der Wohnbestand?

    Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt. Gemischt genutzte Quartiere haben oft 10 bis 20 Prozent gewerbliche Fläche, die im Wohnungssystem als Sonderfall mitläuft. Genau dort verschwinden Indexierungen und Optionsfristen. Für diese Flächen gelten dieselben vier Ertragsquellen wie im reinen Gewerbeportfolio, und sie gehören mit denselben Zahlen in den Business Case.

    Der Kostenblock, den fast jeder unterschätzt

    Eine Beobachtung aus vielen Einführungsprojekten: Die Lizenz ist selten der größte Posten. Der größte Posten ist die Datenqualität der Bestandsverträge. In einem typischen Portfolio liegen etwa 80 Prozent der Verträge sauber vor. Die restlichen 20 Prozent bestehen aus Nachträgen, die nur als gescannte Fax-Seite existieren, aus mündlich vereinbarten Mietminderungen, die nie schriftlich fixiert wurden, und aus Indexklauseln mit drei verschiedenen Basisjahren im selben Vertragsverhältnis. Diese 20 Prozent kosten in der Migration mehr Zeit als die anderen 80 zusammen.

    Wer das im Budget nicht abbildet, erlebt das System nach sechs Monaten als „unvollständig", obwohl das Problem in den Akten lag. Planen Sie deshalb ein Vertragsaudit vor dem Go-Live ein, nicht danach. Der angenehme Nebeneffekt: Genau bei diesem Audit tauchen die nicht ausgelösten Indexierungen auf, die den ROI oft schon im ersten Jahr decken.

    So bauen Sie den Business Case in vier Schritten

    • Stichprobe ziehen. 20 bis 30 Verträge quer durch das Portfolio manuell prüfen: Indexierungsstand, Optionsfristen, Meldedisziplin bei Umsatzmiete. Das Ergebnis auf den Gesamtbestand hochrechnen, konservativ.
    • Leerstandstage bewerten. Durchschnittliche Zeit zwischen Auszug und Neuvertrag der letzten 24 Monate ermitteln, mit der Tagesmiete multiplizieren. Dann festlegen, welche Verkürzung durch frühere Warnung realistisch ist.
    • Vollkosten ansetzen. Lizenz, Einführung, Vertragsaudit, Schulung, Schnittstellen zur Buchhaltung. Wer das Audit weglässt, wird im zweiten Jahr korrigieren müssen.
    • Reporting als eigenen Nutzen benennen. Eine Immobilien-Reporting-Software, die Quartalsberichte an Investoren und Banken aus einer Datenbasis erzeugt, spart nicht nur Stunden, sondern reduziert Rückfragen und Korrekturrunden, die bei Refinanzierungen Zeit und Konditionen kosten.

    Präsentieren Sie das Ergebnis als Spanne, nicht als Punktwert. Ein Ausschuss glaubt „zwischen 40.000 und 90.000 Euro jährlich, abhängig von der Zahl der Indexierungsfälle" eher als eine Zahl mit zwei Nachkommastellen.

    Der Maßstab nach dem Go-Live

    Ein Business Case ist nur so gut wie seine Überprüfung. Legen Sie vor der Einführung fest, welche Kennzahlen Sie nach zwölf Monaten vergleichen: Anzahl termingerecht ausgelöster Indexierungen, Anteil Verträge mit dokumentierter Optionsüberwachung, durchschnittliche Leerstandstage, Quote vollständiger Umsatzmeldungen. Wenn die Mietvertragsmanagement Software diese Werte nicht selbst auswerfen kann, ist das bereits ein Auswahlkriterium.

    Wenn Sie den Business Case für Ihr Portfolio mit Zahlen aus Vertrags-, Mieterumsatz- und Frequenzdaten unterlegen möchten, sprechen Sie mit uns. Wir zeigen Ihnen anhand Ihrer eigenen Objekte, wo Indexierungen, Optionsfristen und Umsatzmiete Ertrag liegen lassen: Kontaktieren Sie Vemco Group für eine ROI-Einschätzung Ihres Bestands.

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