Drei Angebote liegen auf dem Tisch. Eines rechnet pro Einheit und Monat, eines pro Nutzer, eines nennt eine Jahrespauschale mit Staffel nach Quadratmetern. Dazu zwei Positionen „Einführung nach Aufwand" und ein Hinweis auf „optionale Schnittstellenpakete". Wer die Suche nach „Hausverwaltungssoftware Preise" mit der Hoffnung begonnen hat, am Ende eine Zahl zu haben, sitzt jetzt vor drei Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben. Dieser Beitrag macht sie vergleichbar: welche Preismodelle es gibt, welche Posten auf keinem Angebot stehen, wie Sie Vollkosten über fünf Jahre ansetzen und wie Sie den Ertrag dagegenrechnen, ohne sich auf „Zeitersparnis" zu stützen.
Hausverwaltungssoftware Preise: die vier Preismodelle am Markt
Fast jedes Angebot lässt sich einem dieser Modelle zuordnen, oft auch einer Mischung. Entscheidend ist, dass Sie jedes Angebot auf dieselbe Bezugsgröße umrechnen, bevor Sie vergleichen.
- Pro Einheit oder Vertrag. Der Preis wächst mit der Zahl der verwalteten Wohnungen oder Mietverträge. Transparent für Bestandshalter mit stabilem Portfolio, teuer bei starkem Wachstum. Klären Sie, ob Leerstandseinheiten, Stellplätze und Nebenflächen mitzählen.
- Pro Nutzer. Günstig für kleine Teams, kritisch, sobald Buchhaltung, Objektmanagement, Technik und externe Verwalter alle Zugriff brauchen. Fragen Sie nach Lesezugängen für Investoren und Banken und ob diese gesondert berechnet werden.
- Pro Quadratmeter oder nach Mietvolumen. Üblich im gewerblichen Bereich. Der Anbieter koppelt seinen Preis an die Größe des Bestands, was bei großen, einfachen Logistikflächen schnell unverhältnismäßig wird.
- Pauschale oder Modulpakete. Fester Jahrespreis, abhängig von den gebuchten Modulen: Vertragsverwaltung, Nebenkosten, Umsatzmiete, Reporting, Mieterportal. Planbar, aber nur dann günstig, wenn Sie die Module wirklich nutzen.
Dazu kommt die Grundsatzfrage Cloud-Abonnement oder Einmallizenz mit jährlicher Wartung. Beide Varianten lassen sich über fünf Jahre vergleichen; alles Kürzere verzerrt zugunsten des Einmalpreises. Wer vor der Preisfrage erst klären möchte, welche Systemart überhaupt passt, findet den Überblick im kompletten Leitfaden zu Immobilienverwaltungssoftware. Hier geht es ausschließlich um Geld.
Was den Preis wirklich treibt
Die Listenpreise unterscheiden sich weniger stark als die Angebote am Ende. Der Unterschied entsteht durch Kostentreiber, die Sie selbst in der Hand haben:
- Nutzungsmix. Reine Wohnportfolios sind günstiger abzubilden als gemischte Quartiere. Sobald 10 bis 20 Prozent Gewerbefläche mit Indexklauseln, Optionen und Umsatzmiete dazukommen, braucht es Module, die im Wohnsystem fehlen.
- Schnittstellen. Buchhaltung, Zahlungsverkehr, DMS, Zählerdaten, Frequenzzählung. Jede Anbindung kostet einmalig in der Einrichtung und häufig laufend im Betrieb.
- Mandanten und Gesellschaften. Zehn Objektgesellschaften mit eigener Buchhaltung sind etwas anderes als ein Bestand in einer Hand.
- Reporting-Anforderungen. Standardberichte sind meist enthalten; investoren- oder bankspezifische Formate werden oft als Anpassung berechnet.
Total Cost of Ownership: die Posten, die auf keinem Angebot stehen
Wer Immobilienverwaltung Software Kosten nur anhand der Lizenz vergleicht, unterschätzt das Projekt regelmäßig. Aus vielen Einführungen kennen wir das Muster: Die Lizenz ist selten der größte Posten. Der größte Posten ist die Datenqualität der Bestandsverträge. Etwa 80 Prozent der Verträge liegen in einem typischen Portfolio sauber vor. Die restlichen 20 Prozent bestehen aus Nachträgen als gescannte Faxseite, aus mündlich vereinbarten Mietminderungen und aus Indexklauseln mit mehreren Basisjahren im selben Vertragsverhältnis. Diese 20 Prozent kosten in der Migration mehr Zeit als die anderen 80 zusammen.
Für eine ehrliche TCO-Rechnung gehören deshalb diese Blöcke in die Tabelle: Lizenz oder Abonnement über fünf Jahre, Einführung und Konfiguration, Vertragsaudit und Datenmigration, Schnittstellen, Schulung, interne Arbeitszeit des Projektteams, laufender Support und spätere Anpassungen. Wer das Audit weglässt, erlebt das System nach sechs Monaten als „unvollständig", obwohl das Problem in den Akten lag, und korrigiert im zweiten Jahr mit Nachtragsbudget.
ROI-Rechnung mit offengelegten Annahmen
Der Ertrag kommt nicht aus eingesparten Excel-Stunden, sondern aus vier Quellen: nicht ausgelöste Indexierungen, verpasste Optionsfristen, Leerstandstage zwischen zwei Verträgen und unterbelegte Umsatzmiete. Das folgende Beispiel ist fiktiv, alle Zahlen sind Annahmen und keine Anbieterpreise.
- Annahme Objekt: Fachmarktzentrum, 18.000 m², 42 Mietverträge, Jahresnettomiete rund 3,2 Millionen Euro.
- Annahme Befund: Drei Verträge hätten im Vorjahr indexiert werden müssen, zusammen 2.400 Euro Monatsmiete, also 28.800 Euro pro Jahr. Ein Mieter zog eine Verlängerungsoption zu Altkonditionen, weil die Frist nirgends stand; Marktmiete 15 Prozent höher, auf 600 m² gut 20.000 Euro jährlich über fünf Jahre.
- Annahme Vollkosten: 60.000 Euro im ersten Jahr inklusive Einführung und Vertragsaudit, danach 25.000 Euro pro Jahr. Setzen Sie hier Ihre eigene Angebotssumme ein.
Rechnung: Der Ertrag aus den beiden Positionen liegt bei knapp 49.000 Euro pro Jahr. Über fünf Jahre stehen rund 244.000 Euro Mehrertrag gegen 160.000 Euro Vollkosten. Das erste Jahr ist leicht negativ, ab dem zweiten Jahr trägt sich das System. Noch nicht enthalten: ein einziger vermiedener Leerstandstag und ein Euro nachgeforderter Umsatzmiete. Rechnen Sie nicht mit Branchendurchschnitten, sondern mit Ihrem Bestand: Eine Stichprobe von 20 bis 30 Verträgen reicht, um die Größenordnung glaubhaft zu machen, konservativ hochgerechnet und als Spanne präsentiert.
Bei Einzelhandelsobjekten lohnt eine eigene Zeile für die Umsatzmiete, weil der Eigentümer sonst nur die Zahl kennt, die der Mieter meldet. VemTenant erfasst die Umsatzmeldungen strukturiert und stellt sie Benchmarks gegenüber, VemCount liefert die gezählte Frequenz vor dem Laden und am Eingang. Vertraglich zugesichert sind mindestens 96 Prozent Zählgenauigkeit, in der Praxis meist 98 bis 99 Prozent, sofern Beleuchtung, Layout und Besucherverhalten das zulassen. In VemLease laufen Frequenz, Umsatz und Vertragskonditionen zusammen. Für die Kostenseite heißt das: Fragen Sie bei jedem Anbieter, ob solche Datenquellen im Modulpreis enthalten sind oder als Schnittstelle berechnet werden.
So machen Sie drei Angebote vergleichbar
- Gleicher Zeitraum. Alles auf fünf Jahre umrechnen, inklusive Preisanpassungsklauseln im Vertrag.
- Gleicher Leistungsumfang. Dieselben Module, dieselben Schnittstellen, dieselbe Nutzerzahl. Was fehlt, wird mit einem Platzhalter nachgerüstet, nicht weggelassen.
- Einführung als Festpreis. „Nach Aufwand" ist keine Angebotsposition. Lassen Sie den Anbieter eine Stichprobe Ihrer Verträge sehen und einen Festpreis für Migration und Audit nennen.
- Kennzahlen für den Nachweis. Termingerecht ausgelöste Indexierungen, Verträge mit Optionsüberwachung, Leerstandstage, Quote vollständiger Umsatzmeldungen. Kann das System diese Werte nicht selbst auswerfen, ist das bereits ein Ausschlusskriterium.
Häufig gestellte Fragen
Warum nennen Anbieter online so selten Preise? Weil die Vollkosten vom Nutzungsmix, der Zahl der Verträge, den Schnittstellen und der Datenqualität abhängen. Ein Listenpreis ohne Blick auf den Bestand wäre entweder zu hoch oder nicht haltbar.
Ist eine Einmallizenz langfristig günstiger als ein Abonnement? Nicht automatisch. Rechnen Sie Wartung, Updates, Hosting und interne IT über fünf Jahre dazu, dann liegen beide Modelle oft näher beieinander als der Kaufpreis vermuten lässt.
Wie schnell rechnet sich die Einführung? Das hängt davon ab, wie viele Indexierungen, Optionsfristen und Umsatzmeldungen im Bestand bisher ungenutzt blieben. Das Vertragsaudit vor dem Go-Live deckt genau diese Fälle auf und finanziert in vielen Portfolios bereits das erste Jahr.
Wenn Sie Vollkosten und Ertrag für Ihr Portfolio mit echten Vertrags-, Mieterumsatz- und Frequenzdaten durchrechnen möchten, sprechen wir das gemeinsam anhand Ihrer Objekte durch: Kontaktieren Sie Vemco Group für eine Kosten- und ROI-Einschätzung.