Eine Zählabweichung von zwei Prozentpunkten klingt harmlos, bis Sie sie auf ein Filialnetz mit hohem Kundenaufkommen anwenden. Bei 85 Millionen Zählungen pro Tag über die gesamte Vemco-Installationsbasis entscheidet der Unterschied zwischen 96 % und 99 % darüber, ob Ihre Conversion-Rate, Ihre Personalplanung und Ihre Mietverhandlungen auf belastbaren Zahlen beruhen oder auf Rauschen. Genau deshalb steht in Vemco-Verträgen eine konkrete Untergrenze und keine Marketing-Zahl.
Was die Garantie tatsächlich sagt
Die vertragliche Untergrenze liegt bei 96 %. In der Praxis erreichen die Systeme typischerweise 98–99 % – aber nur, wenn Beleuchtung, Ladenlayout und Besucherverhalten mitspielen. Diese Unterscheidung ist kein juristischer Vorbehalt, sondern ehrliche Physik. Ein Sensor, der einen dunklen Eingang mit Gegenlicht bei Mittagssonne erfasst, arbeitet unter anderen Bedingungen als einer über einer gleichmäßig ausgeleuchteten Innentür. Wer Ihnen pauschal 99 % garantiert, ignoriert entweder die Bedingungen vor Ort oder verkauft Ihnen ein Versprechen, das er nicht messen kann.
Warum 3D-Sensorik die Grundlage bildet
Der entscheidende technische Sprung liegt in der Höhen- statt Flächeninformation. Ein 2D-Kamerabild sieht zwei überlappende Personen leicht als eine. Ein 3D-Sensor misst dagegen den Höhenunterschied zwischen Köpfen und Schultern und trennt Menschen auch dann, wenn sie eng nebeneinander durch einen Eingang gehen. Vemco setzt hier auf Partner wie Xovis, dessen 3D-Technologie mit dem Xovis Golden Sensor Award ausgezeichnet wurde, sowie auf Milesight, Hikvision und AXIS für unterschiedliche Einsatzszenarien.
Für die schwierigen Fälle – Gruppen, Kinderwagen, Personen, die im Türbereich stehen bleiben – kommt in VemTrack die KI-basierte Re-Identifikation ins Spiel. Sie erkennt, ob dieselbe Person den Zählbereich mehrfach durchquert, und verhindert Doppelzählungen bei Warteschlangenerkennung und Wegeanalyse.
Wie Genauigkeit überhaupt gemessen wird
Eine Zahl, die niemand verifizieren kann, ist keine Garantie. Genauigkeit wird über einen definierten Zeitraum an einem realen Eingang gegen eine manuelle Referenzzählung geprüft. Die Formel ist simpel: Man vergleicht die Systemzählung mit der tatsächlichen Personenzahl und drückt die Abweichung als Prozentsatz aus. Wichtig für den Einkauf: Fragen Sie, über welchen Zeitraum und bei welchem Verkehrsaufkommen gemessen wird. Eine Genauigkeitsprüfung bei zehn Besuchern in einer ruhigen Stunde sagt nichts über einen Samstag mit Stoßverkehr aus.
Die Bedingungen, die über Prozentpunkte entscheiden
Drei Faktoren bestimmen, ob ein Standort die typischen 98–99 % erreicht oder in Richtung der vertraglichen Untergrenze rutscht:
- Beleuchtung: Direktes Sonnenlicht, Spiegelungen auf glänzenden Böden und harte Schatten verwirren Sensoren, die auf Kontrast angewiesen sind. 3D-Systeme sind hier deutlich unempfindlicher, aber nicht immun.
- Montagehöhe und -winkel: Jeder Sensor hat einen optimalen Erfassungsbereich. Wird er zu niedrig oder schräg montiert, verkleinert sich die Zählzone und Personen am Rand fehlen.
- Besucherverhalten: Menschen, die im Eingang stehen bleiben, sich umdrehen oder in dichten Gruppen strömen, sind die härteste Prüfung. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einfacher Zählung und KI-gestützter Trennung.
Eine Beobachtung aus der Praxis
Die häufigste Ursache für enttäuschende Zählwerte ist selten der Sensor selbst – es ist die Deckenkonstruktion. Ein Sensor wird nach Plan über der Türmitte eingezeichnet, doch vor Ort sitzt dort ein Lüftungskanal, ein Sprinklerkopf oder eine Werbebeschilderung, die den Bereich verdeckt. Erfahrene Implementierer machen deshalb vor der endgültigen Montage einen Vor-Ort-Termin und prüfen die reale Deckensituation, statt sich auf CAD-Zeichnungen zu verlassen. Das erspart teure Nachjustierungen nach dem Go-live.
Warum Genauigkeit die gesamte Datenkette betrifft
Genauigkeit an der Tür ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage jeder nachgelagerten Kennzahl. VemCount liefert die Besucher- und Belegungszahlen, VemTrack die Wegeanalyse, VemTenant die Mieter-Performance und Benchmarks, VemSpace die Flächenauslastung. Ist die Zählbasis fehlerhaft, pflanzt sich der Fehler durch jede dieser Ebenen fort. Über VemFusion fließen diese Daten in POS, BI, ERP und CRM – und eine Conversion-Rate, die auf einer falschen Besucherzahl beruht, führt zu falschen Personalentscheidungen und schwachen Mietverhandlungen.
Für Mieter und Vermieter ist das besonders relevant. Wenn VemTenant-Benchmarks oder VemLease-Kalkulationen in einer Verhandlung auf dem Tisch liegen, muss die zugrunde liegende Zählung verifizierbar sein. Die Übernahme des spanischen Immobiliensoftware-Anbieters TecBrain, gegründet 1995, im Jahr 2025 stärkt genau diese Verbindung zwischen Besucherdaten und Immobilienmanagement.
Was Einkauf und IT konkret prüfen sollten
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, klären Sie diese Punkte:
- Steht die 96-%-Untergrenze vertraglich fest, oder wird sie nur mündlich als „98–99 %" versprochen?
- Wie wird Genauigkeit gemessen, über welchen Zeitraum und bei welchem Verkehrsaufkommen?
- Welcher Sensortyp – 2D oder 3D – ist für welchen Eingang vorgesehen und warum?
- Gibt es einen Vor-Ort-Check der Deckensituation vor der Montage?
- Wie werden die Zähldaten in Ihre bestehenden Systeme integriert und wie wird die Datenqualität laufend überwacht?
Seit 2005 und mit über 2000 Kunden in mehr als 95 Ländern hat Vemco genug Standorte gesehen, um zu wissen, dass die Garantie nur so viel wert ist wie die Bedingungen, unter denen sie gemessen wird. Ehrliche Zahlen und eine dokumentierte Prüfmethode sind kein Nachteil im Angebot – sie sind das