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    Kundenfrequenz-Daten: Woher sie kommen und wie zuverlässig sie sind

    Kundenfrequenz-Daten: Woher sie kommen und wie zuverlässig sie sind

    Zwei Berichte, eine Filiale, ein Samstag: Der Vermieter meldet 4.100 Besucher, der eigene Sensor über der Eingangstür zählt 3.350. Die Area-Managerin fragt, welche Zahl stimmt. Die ehrliche Antwort lautet meistens: beide messen etwas Unterschiedliches. Wer Kundenfrequenz als Steuerungsgröße für Personalplanung, Mietverhandlungen oder Conversion-Ziele nutzt, muss wissen, woher die Zahl kommt und welche Fehler sie typischerweise enthält. Sonst diskutiert das Management über Abweichungen statt über Maßnahmen.

    Fünf Quellen, fünf verschiedene Zahlen

    Frequenzdaten im Handel stammen aus sehr unterschiedlichen Erhebungsmethoden, und jede hat eine eigene Definition davon, was ein „Besucher" ist.

    • 3D-Stereo- und Time-of-Flight-Sensoren am Eingang: Sie erfassen Personen nach Höhe und Volumen, zählen Ein- und Austritte getrennt und können Kinder, Einkaufswagen oder Personal herausfiltern. Das ist heute der Standard für belastbare Kundenzählung in Filialen.

    • Thermische Sensoren: Arbeiten unabhängig von Licht und sind datenschutzrechtlich unproblematisch, liefern aber keine Körpergröße und trennen eng nebeneinander gehende Personen schlechter.

    • Infrarot-Lichtschranken: Günstig, aber richtungslos und bei Gruppen unzuverlässig. Zwei Personen nebeneinander ergeben einen Zählimpuls.

    • WLAN- und Bluetooth-Erfassung: Seit Apple und Google MAC-Adressen randomisieren, sind diese Zahlen eher ein Index als eine Zählung. Für Trendvergleiche brauchbar, als absolute Zahl nicht.

    • Mobilfunk- und App-Panels: Hochgerechnete Stichproben von Standortdaten. Gut für Marktgebiets- und Wettbewerbsanalysen, aber mit Unschärfe von 50 bis 100 Metern. Ein Center-Eingang und das Café daneben sind für diese Daten derselbe Ort.

    Die Abweichung aus dem Eingangsbeispiel erklärt sich damit fast von selbst: Der Vermieter nutzt Panel-Daten für das gesamte Center, die Filiale einen Stereo-Sensor am eigenen Eingang. Das eine ist Passantenfrequenz, das andere Ladenbesuch.

    Was „zuverlässig" bei Kundenfrequenz wirklich bedeutet

    Anbieter sprechen gern über Genauigkeit und meinen damit den Prozentsatz korrekt gezählter Personen in einem Testzeitraum. Das ist nur eine von drei Dimensionen, die für Entscheidungen zählen.

    Genauigkeit ist die Frage, ob 100 reale Personen auch als 100 erscheinen. Seriöse Anbieter nennen hier einen vertraglichen Mindestwert, bei Vemco Group sind das 96 Prozent, und erreichen unter guten Bedingungen typischerweise 98 bis 99 Prozent. „Gute Bedingungen" ist dabei kein Marketingvorbehalt, sondern Physik: ausreichende Montagehöhe, kein Gegenlicht direkt in den Sensor, ein Eingang, an dem Menschen gehen statt stehen. Wer eine pauschale Garantie von 99 Prozent für jeden Standort verspricht, hat die Eingänge nicht gesehen.

    Vollständigkeit ist die unterschätzte Dimension. Ein Sensor mit 99 Prozent Genauigkeit, der an drei Tagen im Monat wegen eines Netzwerkausfalls nichts liefert, erzeugt einen Monatsbericht mit zehn Prozent Lücke. In der Praxis kostet das mehr Vertrauen als jede Zählungenauigkeit, weil die Lücke erst auffällt, wenn der Bericht schon beim Vorstand liegt. Genau deshalb überwacht VemCount den Gesundheitszustand jedes Sensors laufend und meldet Ausfälle oder Nullwerte, bevor sie in einer Auswertung landen.

    Konsistenz bedeutet, dass alle Filialen nach derselben Methode zählen. Eine Kette mit 40 Standorten, in der zwölf Filialen noch Lichtschranken haben, kann Conversion-Raten zwischen Standorten nicht vergleichen. Die Filiale mit der schwächeren Zähltechnik sieht auf dem Papier besser aus, weil ihr Nenner kleiner ist.

    Wo die Fehler in der Praxis entstehen

    Wer Frequenzmessung in mehr als ein paar Filialen ausgerollt hat, kennt die immer gleichen Verdächtigen. Sie haben selten mit der Sensortechnik zu tun und fast immer mit dem Gebäude und den Menschen darin.

    • Personal durch den Haupteingang: In einer Filiale mit 25 Mitarbeitenden, Raucherpausen und Mittagspausen entstehen leicht 150 bis 200 zusätzliche Eintritte pro Tag. Bei 1.500 echten Kunden sind das über zehn Prozent Verzerrung, und die Conversion sinkt scheinbar. Lösung: Personaleingang nutzen oder Mitarbeitende per Ausschlusszone beziehungsweise Tag-Erkennung herausrechnen.

    • Der Windfang-Effekt: Steht der Sensor über der inneren Tür eines Windfangs, werden Menschen gezählt, die bei Regen kurz Schutz suchen und wieder gehen. Besser über der inneren Schwelle montieren und die Zählline ein Stück nach innen legen.

    • Umbauten ohne Rücksprache: Ein neuer Aktionsaufsteller direkt unter dem Sensor, eine versetzte Tür, eine zusätzliche Kassenzone am Eingang. Der Sensor zählt weiter, nur jetzt etwas anderes. Hier zeigt sich der Wert von Sensor-Monitoring: Ein plötzlicher Sprung im Verhältnis von Ein- zu Austritten ist ein klares Signal, dass sich die Umgebung verändert hat.

    • Sonnenstand: Westeingänge mit Glasfront liefern im Sommer zwischen 17 und 19 Uhr auffällige Werte, wenn der Sensor nicht für Gegenlicht ausgelegt ist. Ein Praktiker erkennt das daran, dass die Abweichung saisonal wandert.

    Eine Beobachtung aus vielen Projekten: Die meisten „ungenauen" Zähler, die bei einer Überprüfung auffallen, sind nicht defekt. Sie wurden nach der Installation einmal validiert und danach nie wieder, obwohl die Filiale zweimal umgebaut wurde. Eine manuelle Gegenzählung von zwei Stunden pro Standort und Jahr, idealerweise an einem Samstagnachmittag, kostet wenig und sichert die Glaubwürdigkeit aller Berichte, die darauf aufbauen.

    Wie sich Frequenzdaten mit anderen Quellen verknüpfen lassen

    Der eigentliche Nutzen entsteht erst, wenn die Kundenfrequenz neben Kassendaten, Personaleinsatz und Online-Verhalten liegt. Das dänische Einrichtungshaus Daells Bolighus hat während einer Restrukturierung Besucherzahlen, stationäre Umsätze und Online-Verkäufe über alle Standorte zusammengeführt. Erst in dieser Kombination wurde sichtbar, welche Filialen schwächelten, weil weniger Menschen kamen, und welche, weil die Menschen zwar kamen, aber nicht kauften. Das sind zwei völlig verschiedene Probleme mit zwei verschiedenen Budgets: Marketing im ersten Fall, Fläche und Personal im zweiten.

    Eine solche Verknüpfung funktioniert allerdings nur, wenn die Frequenzdaten in derselben Granularität vorliegen wie die Kassendaten. Stundenwerte sind das Minimum; 15-Minuten-Intervalle erlauben es, Personaleinsatz tatsächlich auf Spitzen auszurichten. Tageswerte reichen für Mietverhandlungen, nicht für Betriebssteuerung.

    Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten

    • Welche Genauigkeit garantieren Sie vertraglich, und wie wird sie gemessen? Eine Zahl ohne Prüfverfahren ist keine Zusage.

    • Was passiert, wenn ein Sensor ausfällt? Wer merkt es, wann, und wie werden Lücken im Bericht markiert?

    • Wie werden Mitarbeitende, Kinder und Wiedereintritte behandelt, und ist das pro Standort konfigurierbar?

    • Wie fließen die Daten in unsere BI-Umgebung, und in welcher zeitlichen Auflösung?

    • Wer trägt die Kosten, wenn ein Umbau eine Neukalibrierung nötig macht?

    Häufig gestellte Fragen

    Wie genau sind Kundenfrequenz-Daten? Das hängt von der Erhebungsmethode ab. Moderne 3D-Sensoren am Eingang erreichen unter guten Bedingungen, also bei passender Montagehöhe, ohne Gegenlicht und mit normalem Gehverhalten, typischerweise 98 bis 99 Prozent; Vemco Group garantiert vertraglich mindestens 96 Prozent. WLAN-Erfassung und Mobilfunk-Panels liegen deutlich darunter und eignen sich eher für Trends als für absolute Zahlen.

    Wenn in Ihrem Unternehmen zwei Frequenzzahlen für dieselbe Filiale kursieren oder Sie vor der Entscheidung stehen, welche Zähltechnik Sie für mehrere Standorte einheitlich einführen, lohnt sich ein Gespräch über Ihre konkreten Eingänge, Ihre Berichtsanforderungen und die Validierung. Kontaktieren Sie Vemco Group, und wir prüfen gemeinsam, wie zuverlässig Ihre heutigen Daten sind und was eine saubere Frequenzmessung für Ihre Filialen leisten kann.

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