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    Fragen für die Ausschreibung von Retail-Analytics

    Fragen für die Ausschreibung von Retail-Analytics

    Die meisten Ausschreibungen für Retail Analytics scheitern nicht an der Technik, sondern an vagen Formulierungen. Ein Anbieter schreibt „bis zu 99 % Genauigkeit“ in sein Angebot, und niemand fragt nach, unter welchen Bedingungen diese Zahl gilt oder ob sie vertraglich zugesichert wird. Zwölf Monate später streiten Beschaffung und Lieferant darüber, warum die Zählungen an einem verglasten Eingang mit Gegenlicht abweichen. Wer die richtigen Fragen früh stellt, verhindert genau diese Auseinandersetzung.

    Genauigkeit: fragen Sie nach Zahlen mit Bedingungen

    Eine Genauigkeitsangabe ohne Kontext ist wertlos. Fragen Sie nicht „Wie genau zählen Sie?“, sondern verlangen Sie eine vertraglich zugesicherte Mindestgenauigkeit und die Bedingungen, unter denen höhere Werte erreicht werden. Vemco arbeitet etwa mit einer vertraglichen Mindestgenauigkeit von 96 %, typischerweise 98–99 %, sofern Beleuchtung, Ladenlayout und Besucherverhalten es zulassen. Genau diese Formulierung gehört in eine Ausschreibung: eine überprüfbare Untergrenze, nicht ein Marketingversprechen.

    Stellen Sie deshalb konkret diese Fragen:

    • Welche Genauigkeit sichern Sie vertraglich als Mindestwert zu?
    • Unter welchen Standortbedingungen sinkt die Genauigkeit, und wie wird das gemessen?
    • Wie läuft eine Genauigkeitsprüfung ab, wenn wir eine Abweichung reklamieren?
    • Wer trägt die Kosten der Nachkalibrierung, wenn der zugesicherte Wert verfehlt wird?

    Integration: wohin fließen die Daten wirklich?

    Zähldaten allein verändern keine Entscheidung. Sie werden erst dann nützlich, wenn sie mit Umsatz, Personalplanung und Bestand zusammenlaufen. Prüfen Sie deshalb genau, wie die Lösung an POS, BI, ERP und CRM angebunden wird. Vemco nutzt dafür VemFusion als Integrationsschicht; Ihre Frage sollte aber immer sein, ob offene Schnittstellen dokumentiert sind und ob eine Anbindung an Ihr konkretes System bereits produktiv läuft.

    • Existiert eine dokumentierte API, oder wird pro Integration ein Projekt fällig?
    • Gibt es Referenzen für die Anbindung an unser konkretes ERP- oder BI-System?
    • Wie werden Conversion-Kennzahlen berechnet, wenn POS und Zähldaten zeitlich versetzt eintreffen?
    • Wem gehören die Rohdaten, und lassen sie sich exportieren, wenn der Vertrag endet?

    Die letzte Frage wird regelmäßig vergessen und ist bei öffentlichen Auftraggebern besonders heikel. Ein Anbieter, der Ihre historischen Daten faktisch als Geisel hält, verzerrt jede spätere Neuausschreibung.

    Hardware-Bindung: sensor-agnostisch oder Lock-in?

    Ein häufiger, teurer Fehler: Man kauft Software und Sensoren als untrennbares Paket. Fällt der Anbieter aus, ist die gesamte Hardware wertlos. Fragen Sie deshalb, ob die Plattform geräteunabhängig arbeitet. Vemco ist als Software seit 2005 am Markt und sensor-agnostisch aufgestellt, sodass unterschiedliche Zählgeräte an eine Plattform angebunden werden können. Für Ihre Ausschreibung heißt das: Trennen Sie in der Bewertung Software-Lizenz und Sensorik, damit Sie beide Ebenen später einzeln austauschen können.

    Betrieb, SLA und Support

    Betriebsfragen entscheiden über die tatsächlichen Kosten der nächsten fünf Jahre, nicht der Lizenzpreis in Jahr eins. Klären Sie das Hosting-Modell: gehostete Lösung oder Private Cloud, und welche davon Ihre Datenschutzanforderungen erfüllt. Öffentliche Auftraggeber brauchen hier belastbare Antworten zu Datenstandort und Auftragsverarbeitung.

    • Welche Reaktions- und Wiederherstellungszeiten sind im SLA fest zugesagt?
    • Wie werden ausgefallene Sensoren erkannt, gemeldet und ersetzt?
    • Welche Zertifizierungen (etwa ISO oder SOC 2) liegen vor?
    • Wie sieht das Support-Modell aus: Sprachen, Zeitzonen, Eskalationsstufen?

    Eine praktische Beobachtung aus der Umsetzung: Der stille Datenausfall ist gefährlicher als der laute. Ein komplett ausgefallener Sensor fällt sofort auf. Ein Sensor, der wegen verschobener Deckenmontage oder einer neuen Werbeaufsteller-Position nur noch 80 % zählt, liefert weiterhin plausible Zahlen — und niemand merkt es, bis die Conversion-Rate ohne Grund einbricht. Fragen Sie deshalb ausdrücklich, wie die Plattform Plausibilitäts- und Drift-Prüfungen durchführt.

    Skalierung und Referenzen

    Wenn Sie heute mit fünf Filialen starten und in drei Jahren zweihundert betreiben, muss die Lösung ohne Plattformwechsel mitwachsen. Vemco betreut über 2.000 Kunden mit Partnern in mehr als 95 Ländern und verarbeitet täglich über 85 Millionen Zählungen; das ist ein Hinweis, dass die Architektur vom Einzelstandort bis zum Konzern trägt. Verlangen Sie trotzdem Referenzkunden Ihrer Größenordnung und Ihrer Branche und sprechen Sie mit ihnen direkt.

    • Nennen Sie drei Referenzen mit vergleichbarer Filialzahl und Länderabdeckung.
    • Wie verändert sich der Lizenzpreis beim Sprung von 10 auf 100 auf 500 Standorte?
    • Welche Berichte und Rollen lassen sich für einen Rollout in mehreren Ländern zentral steuern?

    Die Bewertung selbst

    Gute Fragen nützen wenig, wenn die Antworten nicht vergleichbar bewertet werden. Definieren Sie vorab eine Gewichtung und trennen Sie harte, nachweisbare Kriterien von weichen Aussagen. Eine vertraglich zugesicherte Mindestgenauigkeit lässt sich prüfen; ein „führendes“ Produkt nicht. Verlangen Sie deshalb, dass jede zentrale Behauptung entweder durch eine Vertragsklausel, ein SLA, eine Zertifizierung oder einen Referenzkontakt belegt wird. Behauptungen ohne Nachweis sollten in der Wertung schlicht mit null Punkten stehen.

    Planen Sie außerdem eine kurze Testphase in echten Filialen ein, bevor Sie flächendeckend vergeben. Ein Pilot über wenige Wochen an einem einfachen und einem schwierigen Standort zeigt mehr über reale Genauigkeit als jede Angebotsfolie.

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