Ein CO2-Wert von 1.400 ppm in einem Seminarraum sagt Ihnen fast nichts – solange Sie nicht wissen, wie viele Personen gerade darin sitzen. Ein Raum mit 40 Studierenden, der nach 30 Minuten diesen Wert erreicht, hat ein Lüftungsproblem. Derselbe Wert bei acht Personen deutet auf einen Defekt in der RLT-Anlage hin. Genau an dieser Stelle scheitern viele Monitoring-Projekte an Universitäten: Sie messen die Luft, aber nicht den Kontext. Die Raumluftqualität Überwachung Universitäten wird erst dann handlungsrelevant, wenn Umweltdaten und Belegung zusammen betrachtet werden.
Warum CO2-Daten ohne Belegungsdaten in die Irre führen
Elsys-Sensoren erfassen CO2 und Luftfeuchtigkeit in Hörsälen, Bibliotheken und Büros – kompakt, batteriebetrieben, per LoRaWAN, ohne Verkabelungsaufwand in denkmalgeschützten Gebäuden. Das allein ist inzwischen Standard. Der Unterschied entsteht auf der Plattformebene: Die Vemco-Plattform stellt diese Messwerte neben der tatsächlichen Belegung dar. Facility-Teams sehen dadurch nicht nur, dass ein Raum schlecht belüftet ist, sondern ob er relativ zur Personenzahl schlecht belüftet ist – oder schlicht überbelegt.
Für Arbeitsschutzbeauftragte ist das der entscheidende Punkt. Die ASR A3.6 gibt Orientierungswerte für CO2-Konzentrationen vor, aber die Ursachenanalyse bleibt ohne Belegungsdaten Ratearbeit. Mit kombinierten Daten lassen sich drei typische Muster sauber trennen:
- Überbelegung: CO2 steigt proportional zur Personenzahl über die geplante Kapazität hinaus – ein Raumplanungsproblem, kein Technikproblem.
- Unterdimensionierte oder defekte Lüftung: CO2 steigt bereits bei normaler Belegung zu schnell – ein Fall für die Haustechnik, idealerweise mit Zeitreihen als Beleg gegenüber dem Wartungsdienstleister.
- Fehlnutzung: Räume mit guter Lüftung bleiben leer, während schlecht belüftete Räume überlaufen – ein Belegungsplanungsthema für das Raummanagement.
Mehr als 100 Universitäten nutzen die Vemco-Plattform bereits integriert mit Elsys-Sensoren – für Arbeitsplatzpräsenz, Raumklima und Sicherheitsanwendungen. Die Erfahrung aus diesen Projekten zeigt: Der größte Hebel liegt selten in der Sensorik selbst, sondern darin, wer die Daten in welchem Format zu sehen bekommt.
Luftfeuchtigkeit: das unterschätzte Risiko in Bibliotheken und Altbauten
Während CO2 im Fokus der Hygienediskussion steht, verursacht Luftfeuchtigkeit die teureren Schäden. Universitätsbibliotheken mit historischen Beständen, Archive, aber auch schlecht gedämmte Seminargebäude aus den 1970er-Jahren reagieren empfindlich auf Feuchteschwankungen. Schimmelbildung in einem Magazin fällt oft erst auf, wenn die Sanierung sechsstellig wird. Kontinuierliche Feuchtemessung mit Elsys-Sensoren macht Trends sichtbar, bevor sie zu Schadensfällen werden – etwa den schleichenden Feuchteanstieg in einem Kellermagazin nach einem Starkregenereignis.
Für Energiemanager ergibt sich ein zweiter Nutzen: Wer weiß, wann Räume tatsächlich belegt und wie sie klimatisiert sind, kann Lüftungslaufzeiten bedarfsgerecht steuern statt nach starrem Zeitplan. Die Kombination aus Umweltdaten und footfall-basierter Belegung ist zudem die Grundlage dafür, den richtigen Raum zur richtigen Zeit zuzuweisen – ein Thema, das über Raumklima hinausgeht, aber auf denselben Daten aufbaut.
Das offene Fenster nach Betriebsschluss: ein konkreter Sicherheitsfall
Jeder Hausmeisterdienst kennt das Ritual: Nach Gebäudeschluss werden Flure abgelaufen, um offene Fenster zu finden. Auf einem Campus mit 20 Gebäuden und mehreren hundert Räumen kostet das jeden Abend Arbeitszeit – und im Winter kostet jedes übersehene Fenster zusätzlich Heizenergie und schafft ein Einbruchsrisiko. Die Vemco-Plattform identifiziert exakt, welches Fenster nach Betriebsschluss nicht geschlossen wurde. Das Sicherheitspersonal geht gezielt zu Raum 2.14 im Westflügel, statt jeden Korridor abzugehen.
Entscheidend ist dabei die Zustellung der Information. Alarme aus der Vemco-Plattform lassen sich per App, E-Mail, WhatsApp, SMS, Webhook oder MQTT versenden. In der Praxis heißt das: Der Wachdienst bekommt eine WhatsApp- oder SMS-Nachricht mit der Raumnummer, während dieselbe Meldung per MQTT oder Webhook parallel in die Gebäudeleittechnik oder das CAFM-System läuft. Kein zusätzliches Dashboard, das niemand öffnet – die Information erreicht die Person, die handeln muss, auf dem Kanal, den sie ohnehin nutzt.
Was Implementierer wissen: Sensorplatzierung entscheidet über Datenqualität
Eine Beobachtung aus realen Campus-Projekten, die in keinem Datenblatt steht: Der häufigste Fehler bei CO2-Monitoring ist die Montage der Sensoren direkt neben Türen, Fenstern oder Zuluftauslässen. Ein Sensor im Luftstrom der Lüftungsanlage meldet dauerhaft unauffällige Werte – während in der Raummitte, wo die Studierenden sitzen, längst 1.500 ppm erreicht sind. In Hörsälen mit ansteigendem Gestühl gehört zudem mindestens ein Sensor in den oberen Bereich, weil sich CO2 und warme, feuchte Luft dort sammeln. Wer die Montagepositionen vor dem Rollout mit einem mobilen Referenzgerät validiert, spart sich später Diskussionen darüber, warum die Beschwerden der Nutzer nicht zu den Messwerten passen.
Ein zweiter Praxispunkt: Definieren Sie Alarmschwellen gestaffelt. Ein einzelner Grenzwert erzeugt entweder Alarmermüdung oder kommt zu spät. Bewährt hat sich eine Vorwarnung an das Facility-Team bei moderater Überschreitung und eine Eskalation an den Arbeitsschutz erst bei anhaltend kritischen Werten in Kombination mit hoher Belegung.
Datenhaltung, Herstellerbindung und Genauigkeit – die Fragen aus dem Beschaffungsprozess
Drei Fragen tauchen in fast jeder Ausschreibung öffentlicher Hochschulen auf, deshalb hier die klaren Antworten:
- Wo liegen die Daten? Die Vemco-Plattform läuft auf AWS in EU Frankfurt – relevant für Datenschutzbeauftragte und Vergabestellen, die eine Datenverarbeitung innerhalb der EU fordern.
- Bin ich an einen Sensorhersteller gebunden? Nein. Vemco ist sensor-agnostisch. Elsys-Sensoren haben sich im Universitätsumfeld bewährt, aber bestehende oder künftige Sensorik anderer Hersteller lässt sich einbinden – wichtig für Hochschulen, die bereits LoRaWAN-Infrastruktur betreiben.
- Wie genau ist die Personenzählung? Vertraglich zugesichert sind mindestens 96 % Zählgenauigkeit; unter guten Bedingungen – Beleuchtung, Raumgeometrie, Besucherverhalten – liegen die Werte typischerweise bei 98–99 %. Wer Ihnen pauschal 99 % garantiert, ohne die Räume gesehen zu haben, verspricht etwas, das er nicht halten kann.
Vom Messwert zur Entscheidung: was ein guter Start aussieht
Statt sofort den gesamten Campus auszurüsten, hat sich ein fokussierter Einstieg bewährt: ein Gebäude mit bekannten Beschwerden über stickige Luft, ausgestattet mit CO2- und Feuchtesensoren plus Belegungserfassung, dazu die Fensterüberwachung für den Sicherheitsdienst. Nach einem Semester liegen belastbare Daten vor – über tatsächliche Auslastung, Lüftungsverhalten und die Zahl der offenen Fenster nach Betriebsschluss. Diese Zahlen tragen die Budgetargumentation für den weiteren Ausbau deutlich besser als jede Herstellerpräsentation.
Die Raumluftqualität Überwachung Universitäten ist damit kein isoliertes Hygieneprojekt, sondern ein Baustein, der Arbeitsschutz, Energiemanagement und Gebäudesicherheit auf einer gemeinsamen Datengrundlage zusammenführt. Genau diese Zusammenführung – Umweltdaten neben Belegung, Alarme auf dem richtigen Kanal, Datenhaltung in der EU – unterscheidet ein funktionierendes System von einer weiteren Sensorinsel.
Sie planen ein Monitoring-Projekt für Ihren Campus? Sprechen Sie mit uns über Ihre Gebäude, Ihre bestehende Infrastruktur und einen sinnvollen Pilotbereich. Wir zeigen Ihnen anhand realer Universitätsprojekte, wie CO2-, Feuchte- und Fensterdaten mit Belegung kombiniert im Tagesbetrieb aussehen: Kontaktieren Sie Vemco für ein unverbindliches Gespräch.