Die meisten People-Counting-Ausschreibungen scheitern nicht an der Technologie, sondern an einer einzigen fehlenden Klausel: der vertraglich zugesicherten Zählgenauigkeit mit definierter Messmethode. Wer im RFP nur „hohe Genauigkeit" fordert, erhält Angebote mit Laborwerten unter Idealbedingungen – und keine Handhabe, wenn die Zählung am belebten Haupteingang bei Gegenlicht um zwölf Prozent abweicht. Dieser Beitrag zeigt, welche technischen Anforderungen in ein belastbares Lastenheft gehören und wo Beschaffungsteams typischerweise Präzision verschenken.
Der zentrale Unterschied zwischen einem seriösen Anbieter und einem Datenblatt-Versprechen liegt in der Formulierung. Eine ehrliche Zusage lautet: vertragliches Minimum von 96 % Zählgenauigkeit, typischerweise 98–99 %, sofern Lichtverhältnisse, Ladenlayout und Besucherverhalten dies zulassen. Genau so arbeitet beispielsweise Vemco Group – die vertragliche Mindestgarantie ist für Ausschreibungen entscheidend, weil sie einklagbar ist. Ein Anbieter, der pauschal 99 % „garantiert", hat entweder die Messmethode nicht definiert oder rechnet damit, dass niemand nachmisst.
Schreiben Sie deshalb ins RFP:
Viele RFPs koppeln Software und Hardware in einem Los – und binden sich damit auf Jahre an eine Sensorgeneration. Sinnvoller ist die Anforderung einer geräteunabhängigen Plattform: Die Software muss Sensoren verschiedener Hersteller (Stereovision, Time-of-Flight, ggf. bestehende 3D-Kameras) einbinden können. Das schützt Bestandsinvestitionen bei Filialübernahmen, ermöglicht standortspezifische Sensorauswahl – ein hoher Eingang mit Glasfassade braucht andere Technik als ein schmaler Nebeneingang – und verhindert, dass ein Hardware-Lebenszyklusende die gesamte Analytikplattform mitreißt. Vemco Group entwickelt seit 2005 sensoragnostische Zählsoftware und verarbeitet heute über 85 Millionen Zählungen pro Tag für mehr als 2.000 Kunden; diese Architekturentscheidung ist einer der Gründe, warum Migrationsprojekte dort ohne Komplettaustausch der Hardware laufen.
Rohzähldaten allein rechtfertigen kein Budget. Der Business Case entsteht erst durch die Verknüpfung mit Transaktionsdaten (Conversion Rate), Personalplanung und Flächensteuerung. Fordern Sie deshalb dokumentierte Schnittstellen zu POS-, BI-, ERP- und CRM-Systemen – bei Vemco läuft das über VemFusion – und lassen Sie sich im Angebot konkret nennen, welche Systeme bereits produktiv angebunden wurden. Wichtige Detailfragen für die Bewertungsmatrix:
Für öffentliche Auftraggeber und regulierte Branchen entscheidet die Betriebsarchitektur oft über die Zulässigkeit des gesamten Projekts. Verlangen Sie im RFP beide Optionen als bewertbare Varianten: gehostete Cloud und Private Cloud. Bei personenbezogenen Verfahren – etwa kamerabasierten Sensoren – gehören ins Lastenheft: Verarbeitung auf dem Sensor (Edge Processing) ohne Speicherung identifizierbarer Bilder, eine Datenschutz-Folgenabschätzung als Mitwirkungspflicht des Anbieters sowie eine klare Aussage zum Serverstandort. Fragen Sie außerdem Zertifizierungen wie ISO 27001 oder SOC 2 aktiv ab und lassen Sie sich Nachweise vorlegen, statt Selbstauskünfte zu akzeptieren. Bei europäischen Vergaben empfiehlt sich zusätzlich die Anforderung, dass der Anbieter Referenzinstallationen in vergleichbarer Größenordnung benennt – ein Anbieter mit Partnern in über 95 Ländern kann das ohne Umwege.
Eine Beobachtung aus der Praxis, die in kaum einem RFP steht: Die meisten Genauigkeitsprobleme entstehen nicht durch schlechte Sensoren, sondern durch Montagefehler und veränderte Umgebungen nach der Abnahme. Ein neu aufgestellter Werbeaufsteller im Zählbereich, eine umgehängte Deckenleuchte, ein saisonaler Windfang im Winter – all das verschiebt Zählzonen und drückt die Genauigkeit still um mehrere Prozentpunkte. Fordern Sie deshalb ein automatisches Sensor-Health-Monitoring mit Alarmierung bei Zählanomalien (etwa plötzlichen Abweichungen vom historischen Muster) sowie einen definierten Rekalibrierungsprozess. Wer 300 Filialen betreibt, kann nicht darauf warten, dass ein Filialleiter merkt, dass die Zahlen „komisch aussehen".
Für den Rollout selbst gehören ins Lastenheft:
Der häufigste Beschaffungsfehler ist eine Bewertung, die 60 % auf den Stückpreis pro Sensor legt. Die tatsächlichen Kostentreiber über fünf Jahre sind andere: Rekalibrierungsaufwand, Integrationswartung nach POS-Updates, Sensortausch bei Umbauten und die Frage, ob ein Anbieterwechsel die historischen Daten entwertet. Eine sinnvolle Gewichtung stellt Genauigkeitsgarantie, Integrationsfähigkeit und Betriebsmodell mindestens gleichrangig neben den Preis. Verlangen Sie außerdem eine TCO-Aufstellung über die volle Vertragslaufzeit als Pflichtbestandteil des Angebots – Anbieter, die das verweigern, kalkulieren mit Nachträgen.
Ein RFP mit diesen Anforderungen filtert das Feld schnell: Anbieter ohne vertragliche Genauigkeitsgarantie, ohne offene API und ohne dokumentierte Referenzen in Ihrer Größenordnung fallen früh heraus – und genau das ist der Zweck des Verfahrens.
Sie bereiten gerade eine People-Counting-Ausschreibung vor? Vemco Group unterstützt Beschaffungsteams und Berater mit konkreten Antworten auf Lastenheft-Fragen – von der vertraglichen Genauigkeitsklausel über Hosting-Varianten bis zur Integrationsarchitektur. Sprechen Sie mit uns, bevor Sie das RFP finalisieren: vemcogroup.com/contact-us.