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irisys people counting support — Irisys ist weg. Ihre Sensoren nicht. | Vemco Group

Geschrieben von Admin | 04.09.2026, 17:53:05

Ein thermischer Zählsensor kennt kein Ablaufdatum. Was im März 2023 abgelaufen ist, war nicht die Hardware in Ihren Decken, sondern die Bereitschaft des Herstellers, sie weiter zu verkaufen. Irisys – InfraRed Integrated Systems, 1996 bei Northampton gegründet und 2012 von der Fluke Corporation übernommen – kündigte damals End-of-Sale und End-of-Life für die Vector-4D-Linie an, mit Verweis auf wirtschaftlichen Druck und steigende Komponentenkosten. Der eingeschränkte Support für Bestandskunden lief im März 2024 aus. Die Sensoren selbst zählen währenddessen weiter, so wie sie es seit Jahren tun. Über 500.000 Einheiten wurden weltweit installiert, und ein erheblicher Teil davon liefert heute noch verlässliche Daten.

Wer eine Filialflotte mit fünfzig, zweihundert oder tausend Zählpunkten verantwortet, steht damit vor einer Budgetfrage, die sich nicht mit generischen Ratgeberartikeln beantworten lässt: Reißt man eine funktionierende Infrastruktur heraus, weil der Hersteller den Vertrieb eingestellt hat – oder betreibt man sie kontrolliert weiter und plant den Austausch dort, wo er wirklich fällig ist?

Was das End-of-Life tatsächlich bedeutet – und was nicht

End-of-Life heißt konkret: keine neuen Geräte, keine Firmware-Updates vom Hersteller, keine RMA-Abwicklung, kein Herstellersupport bei Konfigurationsfragen. Es heißt nicht, dass ein Vector 4D oder ein Gazelle 2 morgen aufhört zu funktionieren. Thermische Zähltechnik aus der IRC-Serie, Gazelle- und Vector-Generation hat sich über Jahre als bemerkenswert langlebig erwiesen – keine beweglichen Teile, keine Optik, die verschmutzt, kein Objektiv, das nachjustiert werden muss.

Das reale Risiko liegt woanders. Erstens beim Zugriff: Wer keine Plattform hat, die Vector 4D und Gazelle remote ansprechen kann, verliert die Möglichkeit, Zähllinien anzupassen, Uhrzeiten zu synchronisieren oder Störungen aus der Ferne zu diagnostizieren. Zweitens bei der Ersatzteilfrage: Fällt ein Sensor an einem umsatzstarken Eingang aus, muss klar sein, ob ein Gerät aus dem eigenen Ersatzpool nachrückt oder ob dieser Zählpunkt der erste Kandidat für neue Hardware wird. Drittens bei der Datenkontinuität: Jahresvergleiche und Conversion-Historien sind nur so viel wert wie die ununterbrochene Datenreihe dahinter.

Der teuerste Fehler: der pauschale Komplettaustausch

Nach der Irisys-Ankündigung haben etliche Anbieter Betreibern nahegelegt, die gesamte Flotte sofort zu ersetzen. Rechnen Sie das durch: Hardware, Elektriker, Deckenarbeiten außerhalb der Öffnungszeiten, Kalibrierung, Validierungszählungen – pro Standort. Multipliziert mit der Filialanzahl entsteht ein CAPEX-Posten, der in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Ausfallrisiko funktionierender Geräte steht.

Der wirtschaftlich sinnvollere Weg ist gestaffelt: Bestandsgeräte weiterbetreiben, solange sie zuverlässig zählen, und Neuhardware gezielt dort einsetzen, wo Umbauten anstehen, Sensoren ausfallen oder neue Anforderungen wie Zonenanalyse oder Warteschlangenmessung dazukommen. Voraussetzung dafür ist eine Plattform, die alte und neue Sensorik parallel verarbeitet – sonst zerfällt die Datenbasis in zwei getrennte Welten.

Weiterbetrieb in der Praxis: Was ein Irisys-Bestand heute braucht

Die Vemco Group, 2005 in Dänemark gegründet, ist seit mehr als 15 Jahren Irisys-Partner und unterstützt Irisys-Geräte weiterhin aktiv in ihrer Plattform. Der Estate Manager ist vollständig integriert und erlaubt Fernzugriff und Fernkonfiguration von Vector-4D- und Gazelle-Geräten – also genau die Funktionen, die mit dem Herstellersupport weggefallen sind: Zähllinien verschieben, Gerätestatus überwachen, Konfigurationen sichern, Ausreißer erkennen, bevor sie Wochenberichte verfälschen.

Eine Beobachtung aus der Implementierungspraxis, die in kaum einem Ratgeber steht: Die meisten „defekten" Irisys-Sensoren, die uns gemeldet werden, sind gar nicht defekt. Häufig hat ein Ladenumbau die Zählzone verändert – ein neuer Warenträger oder ein Kassentresen unter dem Sensor, eine verschobene Eingangstür –, und die Zähllinie passt schlicht nicht mehr zur realen Laufrichtung der Kunden. Ohne Remote-Zugriff bleibt so etwas monatelang unbemerkt und wird dann fälschlich als Hardwareausfall verbucht. Mit Fernzugriff ist es in Minuten korrigiert. Wer seinen Bestand weiterbetreiben will, sollte deshalb zuerst ein vollständiges Audit fahren: Welche Geräte antworten, welche Firmware läuft, welche Zähllinien stimmen noch mit dem aktuellen Ladenlayout überein.

Genauigkeit ehrlich betrachtet

Ein gut installierter und korrekt konfigurierter thermischer Sensor verliert durch das End-of-Life keine Genauigkeit. Vemco garantiert vertraglich eine Mindestgenauigkeit von 96 Prozent; in der Praxis liegen die Werte typischerweise bei 98 bis 99 Prozent – sofern die Bedingungen es zulassen. Beleuchtung, Ladenlayout und Besucherverhalten spielen hinein: Ein breiter Mall-Eingang mit Gegenverkehr und stehenbleibenden Gruppen ist eine andere Aufgabe als eine einflügelige Tür in der Innenstadt. Wer pauschal 99 Prozent verspricht, ohne die Standorte gesehen zu haben, verspricht zu viel. Entscheidend ist, dass die Genauigkeit gemessen, validiert und vertraglich abgesichert wird – nicht behauptet.

Migration ohne Datenbruch: sensor-agnostisch planen

Irgendwann wird jeder Irisys-Sensor ersetzt – die Frage ist nur, zu wessen Bedingungen. Wer sich jetzt an einen einzelnen neuen Hardwarehersteller bindet, tauscht ein End-of-Life-Risiko gegen das nächste. Die Irisys-Geschichte selbst ist die Warnung: Ein etablierter Hersteller mit Konzernmutter und einer halben Million installierter Einheiten kann eine Produktlinie trotzdem einstellen, wenn Komponentenkosten und Marktdruck es erzwingen.

Die tragfähige Antwort ist eine sensor-agnostische Plattform. Vemco verarbeitet neben Irisys auch Xovis, Milesight, Elsys, Hikvision und Axis in derselben Umgebung. Für Ihre Migrationsplanung heißt das konkret:

  • Historie bleibt erhalten: Ein Standort, der von Gazelle auf einen neuen Sensor wechselt, behält seine durchgehende Datenreihe – Jahresvergleiche und Benchmarks brechen nicht ab.
  • Hardwarewahl pro Standort: Nicht jeder Eingang braucht denselben Sensor. Der passende Gerätetyp richtet sich nach Deckenhöhe, Eingangsbreite und Anwendungsfall statt nach Herstellerbindung.
  • Budget nach Priorität: Umsatzstarke Flagship-Standorte zuerst, stabile Bestandsstandorte später – der Austausch verteilt sich über mehrere Budgetjahre statt über eines.
  • Ersatzpool aus Rückläufern: Ausgebaute, funktionsfähige Irisys-Geräte aus migrierten Standorten dienen als Reserve für die noch laufende Flotte.

Die nächsten Schritte für Ihren Bestand

Kurzfristig: Inventarisieren Sie die Flotte – Gerätetypen, Firmwarestände, Erreichbarkeit, letzte Validierung pro Standort. Sichern Sie alle Konfigurationen zentral; nach dem Ende des Herstellersupports ist eine verlorene Konfiguration nicht mehr trivial wiederherstellbar. Mittelfristig: Stellen Sie den Fernzugriff über eine Plattform mit Estate-Manager-Integration sicher und definieren Sie Schwellenwerte, ab wann ein Zählpunkt als auffällig gilt. Langfristig: Legen Sie eine Migrationsreihenfolge fest, die sich an Standortpriorität und Gerätezustand orientiert – nicht an einem künstlichen Stichtag.

Das Ende von Irisys als Hersteller ist kein Grund, funktionierende Sensoren abzuschreiben. Es ist ein Anlass, den Weiterbetrieb professionell aufzusetzen und die Ablösung selbstbestimmt zu takten, statt sie sich vom Markt diktieren zu lassen.

Sie betreiben einen Irisys-Bestand mit Vector 4D, Gazelle oder älteren IRC-Geräten? Vemco unterstützt diese Sensoren weiterhin aktiv – inklusive Fernzugriff, Monitoring und einem Migrationsplan, der Ihre Datenhistorie schützt und Ihr Budget schont. Nehmen Sie Kontakt auf unter vemcogroup.com/contact-us und lassen Sie Ihre Flotte bewerten, bevor der erste Ausfall die Entscheidung für Sie trifft.