Wer heute einen defekten Vector 4D aus der Decke schraubt, hält ein Gerät in der Hand, das seit März 2023 offiziell End of Life ist. Es gibt keinen baugleichen Ersatz mehr – kein Lager, aus dem man nachbestellt, keine identische Hardware, die der Techniker einfach wieder anschließt. Das ist der Punkt, an dem viele Betriebsteams in Panik geraten und über eine komplette Neuausschreibung der Besucherzählung nachdenken. Genau das ist in den meisten Fällen der teuerste und unnötigste Weg.
Die entscheidende Unterscheidung, die in vielen Budgetgesprächen fehlt: Der Sensor ist nicht die Plattform. Wenn ein Gazelle oder Vector 4D ausfällt, ist die Hardware am Ende – nicht Ihre historischen Daten, nicht Ihre KPI-Definitionen, nicht Ihre Reporting-Struktur und nicht die Integrationen in Personalplanung oder Kassensysteme. Wer den Hardwareausfall zum Anlass nimmt, das gesamte Analytics-Fundament auszutauschen, bezahlt zweimal: einmal für neue Sensoren und einmal für den Verlust jahrelanger Vergleichsdaten.
Eine offene, sensorunabhängige Plattform trennt die Datenschicht von der Hardware. Auf der Vemco-Plattform laufen Xovis, Milesight, Elsys, Hikvision, Axis und Irisys nebeneinander – nicht als Marketingversprechen, sondern im täglichen Filialbetrieb gemischter Bestände. Das verändert die Logik des Austauschs grundlegend: Sie ersetzen einzelne defekte Geräte, wenn sie ausfallen oder wenn ein Umbau ansteht, statt eine erzwungene Komplettmigration über das gesamte Filialnetz zu stemmen.
Für Estate-Teams heißt das konkret: Der noch funktionierende Irisys-Bestand bleibt im Einsatz und liefert weiter Daten in dieselben Dashboards. Neue Sensoren kommen dort hinzu, wo es nötig ist. Ihre Vergleichbarkeit zwischen Filialen und über Zeiträume hinweg bleibt erhalten, weil die Zähllogik, die Zonendefinitionen und die Datenmodelle auf Plattformebene liegen – nicht im einzelnen Gerät.
Zwei Wege haben sich in der Praxis bewährt. Die Milesight-4D-Sensoren sind funktional heute sehr nah an den alten Irisys-4D-Geräten und damit der natürliche Nachfolger für den breiten Rollout. Sie decken dieselben typischen Einsatzszenarien ab – Eingangszählung, Zonenerfassung, Ausschluss von Personal über Tags – und bewegen sich preislich in einem Rahmen, der auch bei größeren Filialnetzen kalkulierbar bleibt.
Xovis ist die zweite Option, insbesondere für den punktuellen Ersatz defekter Einheiten und für Standorte mit anspruchsvollen Bedingungen: sehr breite Eingänge, hohe Decken, komplexe Kundenströme. Beide Sensorfamilien laufen auf derselben Plattform, sodass die Wahl standortweise getroffen werden kann statt einheitlich für das gesamte Netz.
Zur Genauigkeit gehört Ehrlichkeit: Vertraglich zugesichert sind mindestens 96 Prozent Zählgenauigkeit, in der Praxis liegen die Werte typischerweise bei 98 bis 99 Prozent – sofern Lichtverhältnisse, Ladenlayout und Besucherverhalten es zulassen. Wer Ihnen pauschal 99 Prozent für jeden Standort garantiert, hat vermutlich noch keinen Eingang mit Glasfassade und tiefstehender Wintersonne kalibriert.
Ein realistischer Fahrplan für ein gemischtes Filialnetz sieht meist so aus:
Eine Beobachtung aus vielen Installationsprojekten, die in kaum einem Datenblatt steht: Der neue Sensor sollte fast nie exakt an der alten Bohrposition montiert werden. Irisys-Geräte wurden über Jahre hinweg für die damalige Optik und Erfassungsgeometrie positioniert. Milesight und Xovis haben andere Sichtfelder und andere optimale Montagehöhen. Wer stur die alte Position übernimmt, verschenkt Genauigkeit – wer bei der Gelegenheit die Zone neu einmisst und den Erfassungsbereich sauber gegen Türschwellen und Spiegelflächen abgrenzt, holt oft mehr aus dem neuen Gerät heraus als das alte je geliefert hat. Planen Sie deshalb pro Standort eine kurze Neukalibrierung ein und nicht nur einen Gerätetausch im Eins-zu-eins-Verfahren.
Die häufigste Sorge in Gesprächen mit Operations-Teams: Verlieren wir die Vergleichbarkeit zum Vorjahr, wenn mitten im Jahr die Hardware wechselt? Auf einer sensorunabhängigen Plattform bleibt die Zeitreihe intakt, weil neue Geräte in dieselben Zähllinien und Zonen schreiben. Ein sauberer Übergang dokumentiert das Austauschdatum pro Standort, sodass Analysten etwaige kleine Niveauverschiebungen einordnen können. Bei korrekt kalibrierten Geräten bewegen sich diese Abweichungen erfahrungsgemäß innerhalb der normalen Messtoleranz – deutlich unterhalb dessen, was ein einziges verregnetes Wochenende an Schwankung erzeugt.
Relevant ist auch, wer den Übergang begleitet. Vemco Group, 2005 in Dänemark gegründet, ist seit mehr als 15 Jahren Irisys-Partner. Dieser Hintergrund ist beim Austausch kein Detail: Wer die alten Gazelle- und Vector-4D-Installationen aus eigener Projekterfahrung kennt – inklusive der typischen Montagefehler, Firmwarestände und Konfigurationsvarianten –, kann pro Standort einschätzen, ob ein Eins-zu-eins-Ersatz mit Milesight genügt oder ob der Eingang ein Kandidat für Xovis ist.
Rechnen Sie zwei Szenarien gegeneinander. Szenario A: Komplettmigration in einem Jahr – neue Sensoren für alle Standorte, Installationsteams im Parallelbetrieb, Projektmanagement, Datenmigration, Schulung. Szenario B: Gestaffelter Austausch über den natürlichen Lebenszyklus – nur ausgefallene und risikobehaftete Geräte werden ersetzt, der Rest läuft weiter, die Plattform bleibt konstant. In fast jedem Filialnetz gewinnt Szenario B, und zwar nicht knapp. Der Grund ist simpel: Ein funktionierender Vector 4D liefert heute noch valide Daten. Ihn vorzeitig zu verschrotten, nur weil der Hersteller die Produktlinie eingestellt hat, ist eine Entscheidung gegen das eigene Budget.
Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Plattform gemischte Bestände wirklich beherrscht – gleiche Metriken, gleiche Dashboards, gleiche Datenqualitätsüberwachung für alte und neue Sensoren. Fragen Sie Ihren Anbieter konkret danach: Läuft ein Irisys-Gerät neben einem Milesight-Sensor in derselben Filiale, in derselben Zählzone, im selben Report? Wenn die Antwort ausweichend ausfällt, haben Sie kein Sensorproblem, sondern ein Plattformproblem.
Wenn in Ihrem Filialnetz Gazelle- oder Vector-4D-Geräte ausgefallen sind oder Sie den Austausch für die kommenden Budgetjahre planen, sprechen Sie mit uns über eine standortweise Bewertung: Welche Geräte können bleiben, wo passt Milesight, wo lohnt sich Xovis – und wie bleibt Ihre Datenhistorie dabei vollständig erhalten. Kontaktieren Sie das Vemco-Team unter vemcogroup.com/contact-us für eine konkrete Austauschplanung statt einer erzwungenen Migration.