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Raspberry Pi Belegungsalarme — Automatisierungsleitfaden für Raspberry-Pi-Belegungsalarme | Vemco Group

Geschrieben von Admin | 15.07.2026 01:21:46

Ein Raspberry Pi kostet weniger als eine Stunde Beraterhonorar – und genau das führt Teams in die Irre. Der Pi ist nicht der teure Teil eines Belegungsalarm-Systems. Der teure Teil ist die Kalibrierung, das Entprellen von Zählimpulsen und die Frage, was passiert, wenn der WLAN-Router um 3 Uhr nachts neu startet. Wer das versteht, baut ein System, das im Betrieb hält. Wer es ignoriert, baut ein Demo, das nach zwei Wochen falsche Zahlen liefert.

Warum überhaupt der Pi und nicht ein fertiges System

Für ein einzelnes Besprechungsraum-Pilotprojekt, ein Labor oder eine Werkstattfläche ist der Raspberry Pi ideal. Sie brauchen keine Lizenz, keine Cloud-Anbindung und keine Freigabe der IT-Abteilung, um zu testen, ob eine Schwellenwert-Logik in Ihrer Umgebung überhaupt sinnvoll ist. Sobald Sie aber über mehrere Etagen, Datenschutz-Audits und die Verknüpfung mit HVAC oder Sicherheitssystemen sprechen, ändert sich die Rechnung. Genau an dieser Grenze arbeiten Plattformen wie VemFusion, die Belegungsdaten an HVAC, BMS und Sicherheit anbinden – etwas, das Sie mit einem Bastel-Pi zwar nachbauen können, aber nicht wartungsfrei über Jahre betreiben werden.

Sensorwahl entscheidet über 90 % des Ergebnisses

Ein PIR-Sensor (Passiv-Infrarot) erkennt Bewegung, nicht Personen. Er sagt Ihnen, dass sich etwas bewegt hat, nicht wie viele Menschen im Raum sind. Für einfache „belegt/frei"-Alarme reicht er. Für echte Zählung brauchen Sie mehr:

  • PIR (HC-SR501): billig, zuverlässig für Präsenz, blind für stillsitzende Personen nach ~30 Sekunden.
  • mmWave-Radar (LD2410): erkennt auch Mikrobewegungen wie Atmen, deutlich besser bei ruhenden Personen.
  • ToF- oder Doppelsensor an der Tür: zählt Eintritte und Austritte gerichtet, Basis für echte Belegungszahlen.
  • Kamera mit lokaler KI: höchste Genauigkeit, aber Datenschutz- und Rechenlast-Fragen.

Eine praktische Beobachtung aus dem Feld: Türzähler an Doppeltüren doppeln fast immer, wenn zwei Personen gleichzeitig durchgehen. Rechnen Sie mit dieser Abweichung, bevor Sie Ihrem Kunden eine Zahl nennen.

Die Zählarchitektur auf dem Pi

Der bewährte Aufbau trennt drei Schichten sauber voneinander. Erstens die GPIO-Auslesung, die die Sensorimpulse liest und entprellt – ohne Entprellung zählen Sie jede Person mehrfach. Zweitens die Zähllogik, die einen laufenden Belegungswert hält und bei Über- oder Unterschreiten eines Schwellenwerts einen Zustandswechsel meldet. Drittens die Meldeschicht, die den Alarm nach außen gibt.

In Python sieht das im Kern so aus: ein GPIO-Interrupt erhöht oder verringert einen Zähler, ein Zeitfenster von 300–500 Millisekunden filtert Prellen heraus, und eine Zustandsmaschine verhindert, dass der Alarm bei einem Wert, der um den Schwellenwert herum schwankt, im Sekundentakt feuert. Diese Hysterese wird von Anfängern fast immer vergessen – und ist der Hauptgrund für Alarm-Spam.

Alarme, die niemand ignoriert

Ein Belegungsalarm bei einem vordefinierten Limit ist genau das Prinzip, das Vemco seit 2005 in Büros, Universitäten und öffentlichen Gebäuden einsetzt. Für Ihren Pi-Aufbau haben Sie mehrere Wege, den Alarm zuzustellen:

  • MQTT: die pragmatischste Wahl. Der Pi publiziert auf ein Topic wie gebaeude/etage2/raum14/belegung, und jedes andere System abonniert es.
  • Webhook / REST: ein POST an Slack, Teams oder ein internes Dashboard bei Grenzüberschreitung.
  • Direkter GPIO-Ausgang: eine Ampel oder ein Türsignal für Räume mit Kapazitätsgrenze.

MQTT hat sich durchgesetzt, weil es die Auslesung von der Reaktion entkoppelt. Sie können die HVAC-Steuerung, ein Dashboard und einen Alarmkanal gleichzeitig speisen, ohne den Pi-Code zu ändern.

Genauigkeit ehrlich einschätzen

Hier trennen sich seriöse Integratoren von Verkäufern. Versprechen Sie keine feste Zahl. Professionelle Zählsysteme erreichen einen vertraglich zugesicherten Mindestwert von 96 % und liegen unter guten Bedingungen typischerweise bei 98–99 % – abhängig von Beleuchtung, Raumlayout und Besucherverhalten. Ein selbstgebauter Pi mit einem einzelnen PIR wird diese Werte in belebten Umgebungen nicht halten. Kalkulieren Sie das offen, statt später Vertrauen zu verlieren.

Ein Detail, das erwachsene Systeme berücksichtigen: Personalausschluss. Wenn Mitarbeiter denselben Raum zwanzigmal am Tag betreten, verzerren sie jede Auslastungsstatistik. Ihr Pi-Prototyp kennt diesen Unterschied nicht – professionelle KI-Sensoren, wie sie Vemco einsetzt, filtern solche Muster heraus.

Was im Dauerbetrieb schiefgeht

Der Pi läuft im Labor perfekt und fällt im Gebäude nach drei Wochen aus. Die üblichen Ursachen:

  • SD-Karten-Verschleiß: ständiges Loggen zerstört Consumer-SD-Karten. Nutzen Sie eine industrielle Karte oder loggen Sie extern.
  • Kein Watchdog: ohne systemd-Service mit Auto-Restart bleibt ein abgestürztes Skript einfach tot.
  • Zählerdrift nach Neustart: beim